




Die Musical-AG der OHS feierte ihr erstes großes Jubiläum, ihr fünfjähriges Bestehen, mit der Produktion des deutschsprachigen Musicals „HAIRSPRAY“ von Marc Shaiman.
Und wenn man so ein Etappenziel erreicht hat, kann man zurecht stolz darauf blicken und den Erfolg feiern, indem man über die Geschichte der AG berichtet.
Wie kam es dazu, dass sich an einer Schule mit einem naturwissenschaftlichen Profil ein so großes, kreatives Projekt durchsetzen konnte? Wie hat die Musical-AG in den vergangenen fünf Jahren die OHS verändert? Mit welchen Schwierigkeiten galt es umzugehen? Wer hat zu dem Erfolg beigetragen?
Nun zunächst einmal kam die Idee für eine Musical-AG von den beiden Lehrerinnen Anna- Isabel Calzado-Leckert und Marina Beermann, die inspiriert durch die professionelle Musicalarbeit an Londons Schulen von einer Klassenfahrt zurückkehrten und kaum aus dem Flugzeug gestiegen ihre eigene AG an der OHS gründeten.
Durch die damaligen Schulleiter Herrn Wolfgang Schröder und Herrn Heribert Becker erhielten die beiden engagierten Lehrerinnen genügend Spielraum und Unterstützung, um in den nächsten beiden Jahren ein wenig zu experimentieren, die AG weiter auszubauen und in den Schulalltag zu integrieren, was mitunter nicht immer leicht war.
Die erste Produktion war ein selbst geschriebenes Musical mit dem Namen „Stage Fever“, in dem passenderweise von ungewöhnlichen Schülertalenten an einer Schule und ihren eindrucksvollen Werdegängen erzählt wurde.
Die ersten Aufführungen waren ein unvergessliches Erlebnis, verbunden mit unvergesslichen Eindrücken, und die AG wurde demzufolge auf den Namen Stage Fever getauft. Eine Weiterarbeit, trotz des Zeitaufwandes, der zu investierenden Energie und den Anfangsschwierigkeiten, wurde von allen Beteiligten in keinem Moment angezweifelt. An den Erfolg von Stage Fever sollten nun alle weiteren Produktionen anknüpfen.
Im zweiten Jahr fand die erste Aufführung des komplett englischsprachigen Musicals „How to Succeed in Business Without Really Trying“ im English Theatre in Frankfurt am Main statt und war bis auf den letzten Platz ausverkauft.
Gemeinsam mit den englischen Schüler/innen der britischen Austauschgruppe wurde hier eine überzeugende Darbietung des Broadway Erfolges präsentiert. Das Besondere an dieser Produktion war die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen der Stage Theatre Society, eine Schülergruppe aus Kent, ca. 40 Minuten mit dem Auto von London entfernt. Jedes Jahr finden Austauschfahrten mit dem Schwerpunkt Musical statt und die beiden Gruppen präsentieren sich gegenseitig ihre jährlichen Produktionen.
Die Produktion des Jahres 2015, Express yourself, entführte alle Zuschauer in die Zeit der Arbeiteraufstände in das England der 60er Jahre und mit Fame sprang Stage Fever in die flippige Zeit der 80er.
Von Produktion zu Produktion wuchs nicht nur die Professionalität innerhalb der AG, sondern auch das Rahmenprogramm nahm durch die Unterstützung von Kolleg/innen der Schulleitung und der ganzen Schulgemeinschaft immer mehr Gestalt an:
Neben all diesen Erfolgen hat die AG auch einiges an der OHS verändert. Ein großes Lehrerteam arbeitet Hand in Hand für die AG und die Schulgemeinschaft trägt die AG und unterstützt diese in Form eines jährlich wiederkehrenden jubelnden Publikums.
Es ist mitunter gar nicht so einfach ein so großes Projekt in den schulischen Rahmen zu integrieren, aber es gelingt immer besser mit etwas Geschick und gutem Willen.
Die AG Stage Fever hat etwas geschafft, was einmalig an der OHS ist: Alle Jahrgänge, alle Jahrgangsstufen und alle Schulformen sind in der AG vertreten, lernen voneinander und miteinander in einer kleinen Nische des Schulalltages an den Freitagnachmittagen und an einigen Wochenenden.
Und nun zum eigentlichen Geheimnis der AG: Die Teilnehmer/innen, Schüler/innen und Lehrer/innen bilden eine kleine Gemeinschaft innerhalb der OHS, in der jeder willkommen ist, in der jeder so sein kann, wie er ist, und in der jeder unabhängig von schulischen Leistungen beweisen kann, was für ein Talent in ihm steckt.
Sicherlich wird sich in einigen Jahren jeder, der die Schule hinter sich gelassen hat, an die eine oder andere Geschichts- oder Biologiestunde erinnern, aber was wirklich jedem aus seiner Schulzeit in Erinnerung bleibt, sind die Dinge, die einen berührt haben, wie beispielsweise die Teilnahme an einer Musicalproduktion der Gruppe Stage Fever.